Die Launen der Götter
Cover & Klappentext
Das Cover ist ein wahrer Blickfang und gefällt mir ausnehmend gut. Es zog meine Aufmerksamkeit auf sich und hat unter anderem dafür gesorgt, dass ich das Buch gelesen habe.
Der andere Punkt war selbstredend der Klappentext, auch wenn mir der Mythos
von Medea nicht unbekannt ist. Allerdings gibt es sehr viele unterschiedliche Varianten, dass ich…mehrDie Launen der Götter
Cover & Klappentext
Das Cover ist ein wahrer Blickfang und gefällt mir ausnehmend gut. Es zog meine Aufmerksamkeit auf sich und hat unter anderem dafür gesorgt, dass ich das Buch gelesen habe.
Der andere Punkt war selbstredend der Klappentext, auch wenn mir der Mythos von Medea nicht unbekannt ist. Allerdings gibt es sehr viele unterschiedliche Varianten, dass ich gespannt war, was die Autorin daraus gemacht hat.
Meinung
Prinzessin Medea, von ihrer Mutter gemieden, von ihrem Vater und ihrem Bruder gequält, weil sie mit Magie gesegnet/verflucht ist, sehnt sich nach einem anderen, neuen, besseren Leben.
In Jason (normalerweise Iason), dem gut aussehenden jungen Helden, der mit den Argonauten gekommen ist, um das Goldene Vlies zu erringen, das von Medeas Vater beschützt wird, sieht sie ihre Chance auf Flucht vor ihrem machthungrigen Vater. Als sie ihm ihre Loyalität schenkt, begibt sie sich auf einen Pfad, der die Welt in die Knie zu zwingen droht.
Größtenteils aus der Sicht von Medea, abgesehen vom letzten Kapitel, wird man durch das Geschehen geführt. Der Einstieg gelingt leicht, obwohl ich anfangs den Eindruck hatte, dass ihre Kindheit eher schneller abgehandelt werden sollte, damit man sich auf ihr späteres Leben konzentrieren kann. Zumindest vermittelte es die geradezu rasante Geschwindigkeit. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich mit meiner Vermutung richtigliege, denn das Tempo wurde erst viel später gemäßigt, und zwar als ich schon gar nicht mehr damit gerechnet habe. Das sorgte dafür, dass einiges an Emotionen auf der Strecke blieb. Da die Story in der Ich-Perspektive geschrieben wurde, glaube ich nicht, dass es Absicht war, sonst hätte man eine andere Perspektive gewählt, um eine gewisse Distanz aufzubauen. Womöglich war aber Medea zu dem Zeitpunkt schon so zerbrochen, dass ihre Empfindungen reduziert waren, aus Angst vor den permanenten Zurückweisungen, der Qual und der Schmerzen, die sie erleiden musste.
Als Leser ist man bestrebt, eine Verbindung mit dem Hauptcharakter aufzubauen. Trotz der Taten, die begangen wurden, Verständnis herzustellen. Zumindest geht es mir so.
Hier hatte ich teilweise meine Schwierigkeiten. Nicht immer, aber hin und wieder. Das lag besonders an der Schlüsselszene zum Ende hin, als Medea endlich klarsah. Wäre hier mehr Tiefgründigkeit herausgearbeitet worden, hätte es so ziemlich alles ausgeglichen.
Dennoch konnte mich diese Version von Medeas Geschichte begeistern. Sie hat mich derart mitgezogen, dass ich sie in einem Rutsch gelesen habe. Nicht zuletzt lag es an dem wirklich geschmeidigen Schreibstil, der, dank der einwandfreien Übersetzung, mit geschickter Wortwahl und einer angenehmen Ausgewogenheit glänzt.
Das Ende aus Chalkiopes Sicht soll vermutlich etwas versöhnen, aber es bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Denn Geschehenes lässt sich nicht ungeschehen machen. Die Vergangenheit prägt die Zukunft, und wenn man den falschen Weg beschreitet, verirrt man sich oft in Hass und Rachsucht.
Fazit
Die Autorin hat hier diverse Versionen um Medea genutzt und eine eigene Geschichte kreiert. Dieses Buch dürfte allen gefallen, die ein Faible für die griechische Mythologie haben und für die Medea deshalb keine Unbekannte ist, aber auch für jene, die keine oder kaum Vorkenntnisse besitzen. Vielleicht regt es Letztere an, sich mehr mit ihr zu beschäftigen, denn ihre Taten hinterlassen selbst in der brutalen Welt der Götter ihre Spuren.
Ich vergebe dreieinhalb Sterne, die ich auf vier aufrunde, und eine Leseempfehlung.